Unsere nächste Ausstellung
ES IST ALLES ROCK´N´ROLL
Fotografien von Gerrit Starczewski
26. November 2011
bis 29. Februar 2012
Mo. – Fr. 9 .00 – 17.00 Uhr
Vernissage am Sonnabend,
den 26. November 2011
um 19:00 Uhr.
Zur Eröffnung spielen Live:
Cajita (Bristol, UK). Durch den Einsatz verschiedener Instrumente, Computern und Loop-Pedals wirkt Cajita eher wie eine ganze Gruppe und nicht wie ein Solokünstler. Seine Live-Konzerte zeichnen sich durch eine Mischung aus Elektro, Beats, stimmiger Harmonie, Gitarren und Piano aus. Cajita tourte bereits in großenteils UK, Europa und USA, trat als Support für Künstler wie Björk, Ulrich Schnauss und Plaid auf.
A Seated Craft (Melbourne, AUS/ Berlin, D). Die in Australien geborene und in Berlin lebende Alexia Pengiuel veröffentlicht ihre Musik unter dem Namen, “A Seated Craft”. Ihr Interesse an Wörtern, melodischen Strukturen und vielseitigen Arrangements zeichnen sie als fesselnden Songwriter und Künstlerin mit Einfühlungsvermögen und Intensität aus.
Feengleiche Mädchen, lachende Festivalbesucher, tanzende Kinder im Regen, eine Meute nackter Menschen.
Ein Blick ins Stadion, Fußballfans in ihrem Element, ein kleines blondes Mädchen. Konfetti.
Leere Straßen, die scheinbar ins Nichts führen und doch von Hoffnung sprechen. Rockstars auf der Bühne, erschöpft in ihrer Graderobe, allein und in sich gekehrt. Der Blick hinter die Kulisse, in eine ungestellte Welt, frei und ungekünstelt.
Und Luftballons, immer wieder Luftballons.
G. S. erzählt uns Märchen. Von hübschen, ausgelassenen Menschen, von Harmonie und Freude. Er zeigt das alltägliche kleine Glück, festgehalten in zauberhaften Momentaufnahmen. Seine Fotografien sind wie Achterbahnfahrten durch eine Welt, wie nur Gerrit sie sieht. Und uns dadurch sehen macht.
G. S. dokumentiert scheinbar im Vorbeigehen, einem Schnappschuss gleich, seine Umgebung, seine Heimat, seine große, kleine Welt. Dabei unterscheidet sich sein Blick wesentlich von dem anderer Fotografen: Für sein 2010 realisiertes Kunstprojekt „Dancing Shoes“ etwa, fotografierte er die Großen, die Berühmten und die Stars, die wir alle kennen. Doch zeigen uns seine Bilder weder Prunk noch Ruhm, sondern Schuhe. Hohe, flache, schwarze, bunte, glitzernde Frauenschuhe, den klassischen Lederschuh, Turnschuhe, Sandalen, Pumps… und jede Menge nackte Füße, scheinbar auf der Spur des perfekten Schuhs. Die ungeschminkte Wahrheit eben.
Ihm geht es um die natürliche Schönheit und deren vielfältige, nicht klassifizierbare Facetten, stets authentisch und unverstellt. Alles scheint anders in seiner Welt und doch so vertraut, dass wir uns wiedererkennen wollen. In der kühlen Blonden, die lasziv an ihrer Zigarette zieht und uns dabei nicht aus den Augen lässt. In der geheimnisvollen Brünetten, die das Profil von uns abgewandt, gedankenverloren an einem See steht. Seine Bilder machen uns neugierig. Wer ist das schöne Mädchen im weißen Männerhemd in der Blumenwiese, durch die Kamera eingefroren in Zeit und Raum, dessen langes braunes Haar uns ihr Gesicht vorenthält? Worüber sinniert sie? Was sieht sie? Wie kommen all die bunten Luftballons in die Äste des blattlosen Baums vor blauem, wolkenlosem Himmel? Wer sind all diese nackten, mutigen Leute, die aus ihren weichen, einmaligen Körpern ein menschliches Herz der Liebe formen?
Seine Fotos verweigern die Klassifizierung, wie den Vergleich... Zu spontan, zu lebendig für eine strenge akademische Einordnung, zu kunstvoll und ästhetisch für die nüchterne Presse oder Dokumentarfotografie. Sie zeigen uns die Natur, lassen sich jedoch nicht als Landschaftsfotografie kategorisieren. Sie zeigen uns Menschen, und unterscheiden sich dennoch massiv vom klassischen Porträt, in seiner steifen, fixierten Definition.
G. S. kam schon früh zur Fotografie. Bereits als Kind fotografierte er, heimlich, mit der alten analogen Kamera seines Vaters. Heute reist er mit seiner Ausrüstung durch das Land. Es wirkt als wäre kein Fahrplan dahinter, als würde er sich treiben lassen von einer ganz eigenen Melodie. Hier und da hält er an, fotografiert und dokumentiert still, was ihm gefällt, was ihn berührt. Ein Autodidakt, kaum zu glauben. Seine analogen Bildwelten operieren mit kraftvollen, starken Motiven in überzeugender technischer Qualität und sprechen von ausgereifter Ästhetik.
Die Fotografien strahlen eine intensive Körperlichkeit aus. Die abgelichteten Menschen wirken sehr sinnlich, ihrer eigenen Ausstrahlung bewusst. Die einmalige Aura der Bilder manifestiert sich greifbar für den Betrachter. Sie enthalten uns den kleinen Makel nicht vor. Und genau das macht die Porträtierten, die Landschaft, das Festival noch schöner, reifer, erfahrbarer. Die Sujets scheinen buntgewürfelt, die Motive willkürlich gewählt. Allen gemein ist die Authentizität. Das „Wahre“ wird hier gezeigt.
Wie will man diese Authentizität der Bilder erklären? Wie den Zauber benennen, der sich durch das Foto zieht? Wie und warum wirkt ein Foto, eine Abbildung dessen, was der Fotograf vor sich sah, glaubhaft? Was macht das Bild echt? Schon Roland Barthes, als einer der wichtigsten frz. Philosophen des 20. Jh. setzte sich mit der Frage nach dem „Wahrhaften“ in der Fotografie auseinander. Seine Antwort: Jede Fotografie hat ein „Etwas“, ein sogenanntes „Punctum“, etwas, das den Betrachter immer wieder zu der Fotografie zurückkehren lässt, was ihn zum Verweilen verleitet. Jenes Zufällige, was besticht und verzaubert, auf das man aber nicht den Finger legen kann,weil es sich jeglicher Form der Worthaftigkeit entzieht, zeichnen G. S.s Arbeiten aus. Dieses „Je ne sais quoi“, das seine Foto zur Kunst machen. Er lenkt den Blick unter die Oberflächliche auf das Wesentliche. Er adelt den alltäglichen Moment und macht ihn zu etwas Außergewöhnlichem.
G. S.s Bilder lassen uns tief in seine Seele blicken. Sie machen uns seine Welt begreifbar. Und sie ist schön, genau wie seine Bilder.
Anne Hoffmann Kunsthistorikerin, Trier
Sehr geehrte Gäste,
durch ein Urteil des Bundesgerichtshofes
(BGH, Urteil vom 5. Oktober 2010 – I ZR 127/09 – Kunstausstellung im Online-Archiv)
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Die Rubriken Galerie, Künstler, Archiv und Presse wurden gelöscht.
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Wir bedauern diese Entwicklung und bitten um Ihr Verständnis.
Heide und Peer Rüdiger
GIM Galerie im Medienhaven