Ausstellung
Willi Pramann
Der Einfall lässt sich nicht kommandieren
Malerei aus dem Nachlass des Künstlers
Zur Ausstellung sind Kataloge des Künstlers, sowie Drucke der Werke erhältlich. Alle Erlöse kommen dem gemeinnützigen Verein „Die Blaue Karawane e.V. zugute, der in diesem Jahr seinen 25ten Geburtstag feiert.
Vernissage am Freitag, den 7. Mai 2010
um 19 Uhr
In diesem Jahr feiert der Verein „Die Blaue Karawane“ seinen 25ten Geburtstag. Dieser Verein ist ein Zusammenschluss von Menschen aus unterschiedlichen Berufsfeldern und verschiedenen Lebenszusammenhängen. Als Forum für sozialpolitische, kulturelle und psychiatriealternative Projekte gilt „Die Blaue Karawane“ als Drehscheibe und Initiator von Netzwerken.
Der Wunsch und das Ziel sind das gemeinsame Arbeiten, Lernen, Leben mit Menschen aus Randgruppen und Menschen, die in der Mitte der Gesellschaft stehen, dies kontinuierlich weiter zu entwickeln und neue Horizonte für beide Seiten zu schaffen.
Willi Pramann wurde 1909 im ostwestfälischen Melbergen Kreis Herford geboren. Von 1930-39 studierte er an den Kunstakademien bzw. Kunstschulen in Düsseldorf, München und Berlin, sowie den Universitäten München und Berlin. Seit 1957 Professor für Kunst in Bielefeld. Er starb 2006 im Alter von 97 Jahren.
Pramann formulierte einmal: „Ich begann damit nur aus der Farbe heraus den Weg zum Bild zu finden.“. Ihn interessierte nur das Bild und ihn faszinierte das prozesshafte der Malerei. Es ging ihm um die Sichtbarmachung der Arbeitsweise und er hoffte, dass alle diese sehen könnten, wenn sie seine Bilder betrachten. Zur Zeit als Professor lehrte er nicht nur Kunst, sondern war darüber hinaus auch für seine Studenten da. Für viele war er ein Berater in vielen Lebenslagen. Nach seiner Emeritierung, seiner Pensionierung, widmete sich Pramann nur noch der Malerei. Über 600 Werke hinterließ er. Ausstellen mochte er nicht gerne und mit dem Kunstmarkt wollte er nichts zu tun haben. Auch war er nicht sonderlich daran interessiert, seine Bilder zu verkaufen. So gilt er heute auch als Geheimtipp.
Sein Sohn, der Neurologe und Psychiater Klaus Pramann, verwaltet das Erbe seines Vaters. Noch vor seinem Tod sprachen Vater und Sohn über „Die Blaue Karawane“, eine Initiative, die sein Sohn Klaus mitbegründet hatte. Wer sich für dieses Projekt engagiert, der solle eines seiner Bilder zum Geschenk bekommen, äußerte der Vater noch vor seinem Tod.
Der Einfall lässt sich nicht kommandieren, sagte Willi Pramann einmal. Es ging ihm darum, dass von der ersten Idee, dem ersten Strich auf die Leinwand sich ein Bild erst nach und nach entwickelt. Er fühlte sich in seiner Malerei frei von gesellschaftlichen Moden oder künstlerischen Zwängen. So entwickelte er seine Malerei im Laufe der Jahre vom Gegenständlichen immer mehr ins abstrakte. Es ging ihm später sehr um die Farbe und das Licht.
Willi Pramann versuchte – ausgehend von einer Farbe – ein Bild zu schaffen. Für seinen Sohn Klaus gibt es eine Farbe, die symbolisch für etwas steht: Blau, die Farbe des Himmels und des Wassers, die Farbe für Klarheit und Hoffnung. Die Farbe steht auch für das Engagement für die „Blaue Karawane“. Während bei Willi Pramann am Ende eines intensiven Prozesses ein fertiges Bild steht, ist der Prozess des Engagements ein anderer. Langsam entwickelt Klaus Pramann mit seinen Mitstreitern ein Bild von dem, was am Ende stehen könnte. Am klarsten lässt sich das Engagement für die „Blaue Karawane“ mit einem Zitat von Antoine de Saint-Exupéry beschreiben: „Willst Du ein Schiff bauen, so rufe nicht die Menschen zusammen, um Pläne zu machen, Arbeit zu verteilen, Werkzeug zu holen und Holz zu schlagen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem großen Meer.“
Die Ausstellung in der GIM steht zum einen für das Engagement für die Blaue Karawane, zum anderen für die Malerei eines gestandenen Mannes. Es sind Verbindungen, zufällige Begebenheiten, aus denen der Einfall entstanden ist, beides zu kombinieren und in eine Ausstellung zu bringen. Der Einfall lässt sich nicht kommandieren – aber ausstellen.
Ausstellungsdauer: 10.5. – 11.6.2010
Öffnungszeiten: Montags bis Freitags 10-17 Uhr